Dem Namen HAUS SAREPTA liegt die alttestamentlichen Erzählung aus dem 1. Buch der Könige (1Kön 17, 8-16) zu Grunde. Diese Erzählung wurde bei der Gründung des Hauses von der Gemeinschaft als Motiv gewählt und bestimmt unseren Einsatz für Menschen in Notsituationen.

Die Witwe von Sarepta teilt mit dem Gast die letzte Handvoll Mehl und das wenige Öl, das sie noch hat. Im Teilen macht sie die Erfahrung, dass der Ölkrug nicht versiegt und der Mehltopf nicht leer wird. Sie gibt das, was ihr zur Verfügung steht und was in ihren Möglichkeiten liegt - und wird dabei selbst immer wieder beschenkt.

Diese biblische Geschichte steht für das Menschenbild, das die Arbeit im Haus Sarepta prägt. Jede und jeder, die/der im Haus Aufnahme sucht, ist es wert, dass wir unsere Kraft, unsere Kompetenz, unsere Möglichkeiten teilen und zur Verfügung stellen. Mit dem, was aus diesem Tun erwächst, werden wir letztlich selbst beschenkt.

In der Führung des Hauses und in der konkreten Arbeitsgestaltung orientieren wir uns am christlichen Menschenbild. Dabei leiten uns die Achtung und Wertschätzung der Menschen, die zu uns kommen.

Diese Haltung ermöglicht einen Weg zu gelingender Integration und zum Dialog. Sie verbindet untereinander und setzt Kräfte frei, die auch Unterschiedlichkeiten von Religionszugehörigkeit, Kultur und Nationalität überwinden. Sie eröffnet den Blick für mögliche Schritte in die Zukunft.

In unserer Arbeit setzen wir uns dafür ein, dass

- die Würde des Menschen geachtet und geschützt ist,
- Menschen einander in Respekt und Wertschätzung begegnen können,
- der Schutz des menschlichen Lebens in jeder Lebenssituation bejaht wird.

Die Basis unserer Gemeinschaft ist die Spiritualität der Erlösung. Wir glauben an die Erlösung der Menschen durch Jesus Christus. Die Nähe zu den Menschen ist uns daher ein fundamentales Anliegen. Dabei ist uns der Blick gerade auf die Menschen, die am Rande von Kirche und Gesellschaft stehen, besonders wichtig. Aufmerksam verfolgen wir politische und gesellschaftliche Entwicklungen und versuchen, dort gegenzusteuern, wo wir die Wahrung der Menschenwürde und die Achtung und Wertschätzung eines Menschen in Gefahr sehen.

Die Witwe von Sarepta (Skulptur von P. Hugo Heule CSsR, Schweiz 2000)

Das Logo der Einrichtung: der geteilte Tisch mit Brot und Ölkrug